Vertragsbetreuung: Meldung von Todesfällen
Abhilfe tat Not, und so gründeten Münchner Bürger am 24. Mai 1871 im Gasthaus "Zur Neuen Welt" den "Christkatholischen Begräbnis-Verein". Der Beitrag zum Verein betrug zwar monatlich umgerechnet fast eine Mark, aber dafür konnte man sicher sein, dass es beim Letzten Weg an nichts fehlte. Dazu gehörten das schwarze Bahrtuch mit silbernen Borten, Kerzenträger, eine Fahne samt Träger und ein Vorbeter. Auch für die "Seelnonne" (Leichenfrau) kam der Verein auf, Todesanzeigen und eine Seelenmesse in der zuständigen Pfarrkirche waren ebenso inklusive. Die Hinterbliebenen bekamen sogar Sterbegeld, was für damalige Verhältnisse absolut außergewöhnlich war.
In den ersten Vereinsjahren standen die Sachleistungen, also die Konduktstellung, das Jahresrequiem für die verstorbenen Mitglieder und die Trauerserenade auf dem Ostfriedhof im Vordergrund. Im Jahr 1920 vollzog sich der Sprung vom Begräbnisverein mit Sterbekasse zur Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit, die aber immer noch die Sachleistungen erbrachte und den Namen "Katholischer Begräbnisverein" trug.
Nach dem Krieg bestand dieser weiter, bis 1963 aufgrund der geänderten Aufgaben vom Versicherungsverein (der heutigen Lebensversicherung von 1871) ein eingetragener Verein "ausgegründet" wurde. Dieser "Münchener Begräbnisverein e.V." trägt auch heute noch das ideelle Anliegen und das Totengedenken weiter. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist dabei, die Bestattungskultur wieder vermehrt zu pflegen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Der Verein zählt heute über 40.000 Mitglieder weit über München hinaus.
Über Vereinszweck und Mitgliedsbeiträgen: Münchener Begräbnisverein